GBW jetzt ein Miethai?

Verärgerte und besorgte Mieter*innen wehren sich!
Ist der skandalöse Verkauf der GBW-Mieter*innen bereits in Vergessenheit geraten?

Kurz nach der Landtagswahl verkündete die GBW Gruppe in einer Presserklärung die frohe Botschaft, bis Ende 2021 in der Nimmerfallstraße in Pasing 76 neue Wohnungen errichten zu wollen und damit der Wohnungsnot in München entgegen zu wirken.

Klingt auf den ersten Blick gut, aber ein Blick hinter die Kulissen lohnt sich, da zu befürchten ist, dass diese geplanten Wohnungen für die Mehrheit der Bevölkerung unbezahlbar sein werden.
Vergessen wurden in den Planungen wohl auch die Mieter*innen in den Häusern auf dem Grundstück. Diesen wurde vor kurzem mit – unseres Erachtens irreführenden – Schreiben von der GBW mitgeteilt, dass die Wohnungen geräumt werden müssten, weil die Gebäude abgerissen werden.
Rund 60 verärgerte und besorgte Mieter*innen trafen sich daher am 24.10.18 auf Einladung des Pasinger Bezirksausschusses im Rathaus. Engagierte Mietervertreter*innen unter anderem auch von MHM waren eingeladen und kamen gerne, um die Mieter*innen über ihre Rechte zu informieren und die Betroffenen zu unterstützen.
Die Zeiten, in denen die Mieter*innen gut und sicher bei der GBW wohnten, scheinen für die Mieter*innen in der Nimmerfallstraße zu Ende zu gehen.
So berichteten Mieter*innen, dass in den aus den 50er Jahren stammenden Blöcken dringend notwendige Instandhaltungsarbeiten und Reparaturen in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt wurden. Nicht funktionierende Heizungen, Schimmelbefall in Wohnungen, fehlende Reparaturen an Installationen stellten die Spitze des Eisbergs dar, unterbliebene, dringend notwendige Malerarbeiten sind für die Mieter*innen fast schon „normal“.
Als Hohn empfinden viele Betroffene, dass nunmehr argumentiert wird, der – von der GBW selbst verursachte – Instandsetzungsbedarf erfordere den Abriss der Gebäude. Aus unserer Sicht eine „klassische“ Entmietungstaktik, die sogenannte „Investoren“ - von vielen mittlerweile auch nur noch Spekulanten oder Miethaie genannt - seit langem nutzen.
Auch der Umstand, dass trotz Einladung kein/e Vertreter*in der GBW auf der Versammlung Rede und Antwort stehen wollte und den Mieter*innen nur Einzelgespräche mit der GBW angeboten wurden kennt man sonst nur von unseriösen Entmietern.
Interessant ist auch, dass Mieter*innen berichteten, dass Ihnen die GBW gerne auch bei der Beantragung eines Berechtigungsscheins für geförderte Wohnungen behilflich sein würde. Aus unserer Sicht ein weiteres Indiz, dass bezahlbarer Wohnraum vernichtet werden soll und die Lasten hierfür auf die Allgemeinheit abgewälzt werden sollen.
Natürlich ist auch die Frage aufgeworfen worden, ob der Neubau von dringend benötigten Wohnungen nicht doch zu begrüßen sei. Wie immer kommt es darauf an… Hierzu wurde berichtet, dass die GBW einen bestimmten „Mietermix“ in den beabsichtigten Bauten etablieren wolle.
Um diesbezügliche Verdachtsmomente auszuräumen, dass vorwiegend teure und für die Mehrheit der Bevölkerung unbezahlbare Wohnungen entstehen, erwarten die Mietervertreter*innen und die Mieter*innen klare und eindeutige Aussagen der GBW.
Um sich gegenseitig zu stärken und nicht aus ihren angestammten Wohnungen vertrieben zu werden, haben sich daher viele betroffene Mieter*innen noch am Abend der bereits bestehenden Mietergemeinschaft angeschlossen.
Mit Unterstützung der Mietergemeinschaft durch die Mietervertreter*innen wird sich künftig herausstellen, ob und inwieweit die Planungen der GBW verwirklicht werden können.


Allen, denen der Überblick zum Thema GBW Wohnungen fehlt, empfehlen wir die überaus gelungene Zusammenfassung aus der Comedysendung "Die Anstalt" vom 23.10.2018 in der ZDF Mediathek.

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