Wohngelderhöhung ab 2020

Durchschnittlich 40 EUR soll die Wohngelderhöhung betragen. Dies bedeutet für einen Zwei-Personen-Haushalt eine durchschnittliche Wohngelderhöhung auf 190 Euro im Monat (bisher waren es 145 Euro), dies sind ca. 30 Prozent.

 Durch die Verbesserungen soll auch die Zahl der Empfänger*innen auf ca. 660.000 Haushalte (ohne Reform 480.000) steigen. Und endlich wurde auch beschlossen, dass sich alle 2 Jahre das Wohngeld automatisch an die Entwicklung von Bestandsmieten und Einkommen angepasst. Die erste Anpassung kommt dann 2022.
Somit kann es dann weniger passieren, dass man mit steigendem Einkommen aus der Gruppe der Wohngeldempfänger wieder rausfällt, obwohl auch die Mieten gestiegen sind. Diesen Effekt gab es immer wieder bei Wohngeldreformen, jetzt hat die Politik dieser Problematik Rechnung getragen. Denn auch die Inflationsrate tut ein Übriges:  ohne Dynamisierung würde das Wohngeld immer weniger werden.
Heiz- und Energiekosten werden in die Wohngeldberechnung nicht mit einbezogen, obwohl Forderungen nach Einführung einer Klimakomponente bei der Berechnung von Wohngeld schon lange bestehen, damit die steigenden Heizkosten und Kosten von Energiesanierungen, nicht unberücksichtigt bleiben.
Hier nochmal die wichtigsten Punkte zur Wohngelderhöhung auf einen Blick:
* Die Berechnung des Wohngelds wird regelmäßig (alle 2 Jahre) an die Entwicklung von Mieten, Preisen und Einkommen angepasst.
* Die Mietobergrenzen, bis zu welchen es Wohngeld gibt, werden – regional gestaffelt - angehoben – um bis zu 10%
* Aktualisierung der Mietenstufen für Gemeinden und Kreise, sowie die Einführung einer neuen Mietenstufe VII, damit die höheren Mieten in angespannten und sehr teuren Wohnungsmärkten berücksichtigt werden.
Der Gesetzentwurf wird nach Angaben des Ministeriums im Deutschen Bundestag und im Bundesrat beraten werden. Das Wohngeld wird von Bund und Ländern je zur Hälfte gezahlt. Insgesamt würden sich die Wohngeldausgaben von Bund und Ländern nach der Reform im Jahr 2020 auf rund 1,2 Milliarden Euro belaufen.

Viele Menschen beantragen aus Unwissenheit oder auch aus Scham kein Wohngeld, obwohl es ihnen zustehen würde. Aber Wohngeld ist eine staatliche Leistung, die jedem zusteht, der so wenig verdient, dass er die Miete oder auch die Belastungen für Wohneigentum nicht alleine tragen kann. Beim Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen besteht ein Rechtsanspruch auf Wohngeld zur Sicherung angemessenen Wohnens. Und daher sollte man dann auch den Antrag stellen. Durchschnittlich kommen dabei 150 EUR bei den betroffenen Haushalten an.
Keinen Anspruch auf Wohngeld haben Personen, die staatliche Sozialleistung beziehen, die auch Kosten der Unterkunft enthält, wie Bezieher von Arbeitslosengeld II, Sozialgeld und Grundsicherung. Auch Empfänger von Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG), haben keinen Anspruch auf Wohngeld, es sei denn Bafög wird komplett als Darlehen gewährt, dann besteht  ein Wohngeldanspruch.
Grundsätzlich hängt der Erhalt von Wohngeld von der Miethöhe, dem Einkommen und der Zahl der Familienmitglieder im Haushalt ab.
Das Wohngeld wird aus der Höhe der Miete ermittelt – je höher die Miete desto höher das Wohngeld. Aber natürlich gibt es bestimmte Höchstgrenzen. Wer mehr Miete zahlt als den Höchstbetrag, erhält also Wohngeld nicht nach der tatsächlichen Miete, sondern nur nach dem Höchstbetrag. Diese Höchstgrenzen sind nicht einheitlich in Deutschland, sondern je nach Region verschieden. (Stufe eins umfasst Regionen mit niedrigem Mietniveau, Stufe 7 (ab 2020) besonders teure Regionen. Bei der Berechnung des Wohngelds sollen bei Ein-Personen-Haushalten künftig Mieten bis 633 Euro als zuschussfähig gelten. Für Zwei-Personen-Haushalte läge der Höchstwert bei 767 Euro. Für München und zahlreiche Umlandgemeinden gilt bisher Mietstufe 6, das wird sich ab 2020 ändern.
Ein Wohngeldantrag muss schriftlich bei der entsprechenden Behörde/Gemeinde eingereicht werden.
Für München gilt: das Antragsformular erhält man im Wohnungsamt Franziskanerstr. 8 oder in den Sozialbürgerhäusern. Bearbeitet werden die Anträge bei der Bewilligungsstelle für Wohngeld, Werinherstr. 87, 81541 München. Daher den Antrag dahin per Post schicken oder persönlich abgeben. Dort bekommt man auch Auskunft und Beratung. Je früher der Antrag gestellt wird, desto besser, denn Wohngeld wird ab dem Monat gezahlt, in welchem der Antrag gestellt wurde. Wohngeld wird in der Regel für ein Jahr bewilligt, dann muss man einen neuen Antrag stellen.
Bitte beachten: Der Verein MIETER HELFEN MIETERN bietet keine Beratung bezüglich Wohngeld an.
Aber wie schon erwähnt, kann man sich bei Fragen an die Sozialbürgerhäuser wenden. uv
Infos auch unter:
www.muenchen.de (Stichwort Wohngeld)
www.wohngeldantrag.de (behandelt sehr umfangreich alles zum Thema Wohngeld)


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